Dienstag, 23. September 2014

Zurück daheim, 19.09.14

Der letzte Tag unserer Reise ist angebrochen. Dieser besteht aus der Fahrt von München nach Wien. Kurz nach der Grenze machen wir am Mondsee Mittagspause. Da ich den Mondsee noch nie so warm erlebt habe, (vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade skandinavische Seen gewöhnt bin) nutze ich die Gelegenheit und bringe meinen Kreislauf im erfrischenden Wasser wieder in schwung.
Nun werden die restlichen Kilometer nach Wien gemacht, wo wir von Tobias’ WG-KollegInnen empfangen werden. Nach einem kurzen Hallo geht es zu mir nach Hause, wo der Rest vom Auto entladen wird. Dann gilt es noch unser Gefährt zu putzen um es seiner Besitzerin zurück geben zu können.
Nach der endlosen Fahrerei die letzten tage ist es schön endlich am Ziel angekommen zu sein. Trotzdem bin ich etwas wehmütig, dass die Reise nun nach gut zwei Monaten zu Ende ist und das Alltagsleben wieder beginnt.
Danke an Tobias und Lukas für diesen wundervollen Sommer! Ich freue mich jetzt schon auf die nächste gemeinsame Reise!

Optisches Museum Jena, 18.09.14

Die Strecke bis München ist nicht so lange, also bleibt noch etwas Zeit um Weimar zu besichtigen bevor es weiter geht. Nach gut einer Stunde haben wir sowohl Goethes als auch Schillers Wohnhaus gesehen, sowie letzterem Grab. Das ging schneller als gedacht, daher machen wir uns auf nach Jena, der Heimatstadt von Carl Zeiss. Hier besuchen wir das Optische Museum Jena, welches uns Einblicke in die Geschichte der Fotografie gewährt. Ausserdem gibt es jede Menge Ferngläser, Mikroskope und Brillen aus vergangenen Tagen zu bewundern. Nur moderne Optiken und dessen Herstellung gehen uns ein bisschen ab, das muss ich wohl bei einem Besuch in Oberkochen nachholen!
Nach einer etwa vierstündigen Fahrt kommen wir in München an, wo wir von Tobias’ Eltern willkommen geheissen werden.
Schillers Wohnhaus

Bis nach Weimar, 17.9.14

Heute beginnt die Heimreise. Der Wecker reisst uns bereits um sechs Uhr aus dem Schlaf. Wir packen die restlichen Sachen zusammen und verstauen sie in unseren Fahrzeugen. Nach einem letzten Frühstück mit unseren Gastgebern geht los nach Gedser, von wo die Fähre nach Rostock fährt. Mit einem kurzen Winken vom Motorrad verabschiedet sich Lukas von uns, welcher nach Rodby fährt, von wo er die Fähre nach Puttgarden nimmt um weiter nach Hamburg zu kommen.
Als Tobias und ich in Rostock ankommen nutzen wir die Gelegenheit und werfen einen kurzen Blick in die Stadt. Die Fahrt nach Weimar, unserem heutigen Ziel, ist noch lange, also geht die Reise nach einem kurzen Stadtspaziergang und ein paar Einkäufen weiter. Um ca neun kommen wir schliesslich etwas müde in Weimar an, wo wir in der Christengemeinschaft übernachten dürfen.
Offshore-Park an der dänischen Küste

Mein Rostock... ;)

Kopenhagen per Fahrrad, 16.09.14

Unser Zweiter Tag in Kopenhagen beginnt wieder mit einem schönen Frühstück. Durch eine unklare Kommunikation warten Amelia und ihre Mutter schon länger auf uns Schlafmützen, weil wir uns keinen Wecker gestellt haben. Nach dem Essen machen Lukas und Johannes ihre Fahrräder klar und ich hole mir mit Amelia auch ein Fahrrad, welches ich benutzen darf. Zusammen mit Amelia starten wir auf unseren Farrädern eine Tour durch die Stadt. Wir sehen die kleine Meerjungfrau und den Schwarzen Diamanten (die Hauptbibliothek welche mit einer Kombination aus moderner und historischer Architektur sehr sehenswert ist). Nach einem kleinen Mittagessen im Park fahren wir nach Christiana. Ein Viertel in dem vor einigen Jahren die Menschen die Häuser besetzt haben und jetzt immer noch ohne Miete zu zahlen in einer alternativen Gruppe von etwa tausend Menschen mit verschiedenen Kneipen und Märkten, auf denen viel grüner Rauch zu erschnüffeln ist, zusammenleben. Der Heimweg gestaltet sich als besonders aufregend, weil wir mit den Fahrrädern in die Rushhour kommen und so das wahre Fahrradleben in Kopenhagen erleben. Es ist nicht zu beschreiben was hier für ein Gedränge auf den extra breiten Radwegen durch die Stadt herrscht. (50% der Bevölkerung fährt hier mit dem Rad in die Arbeit oder in die Schule) Es scheint eine grosse logistische Herausforderung zu sein, diese vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer unter einen Hut zu bekommen. Es gibt hier oft mehrere unterschiedliche Radspuren, mit extra Abbiegespuren und Ampelanlagen für Fahrräder und das neben dem gewöhnlichen Auto-Stadtverkehr. Oft hat es den Anschein dass der Stau auf dem Radweg fast länger ist als auf der Strasse und das Ende der langen (oft dreispurigen) Radschlange ist am Horizont manchmal gar nicht zu erspähen. Der Abend wird mit packen und einem weiteren Festmal mit verschiedensten Gemüsesorten und leckerstem Hünchen abgerundet.
St. Albans Kirche

Im Schwarzem Diamanten

Vor'm Schwarzem Diamanten

Happy Birthday! 15.09.14

Kurz nachdem wir aus unseren Betten gekrochen sind kommt Amelia von ihrer Vorlesung nach hause. Wir frühstücken gemeinsam mit ihrer Mutter und machen uns dann auf in die Stadt. Amelia zeigt uns einige Sehenswürdigkeiten. Wir sehen unter anderem das Castello, die neue Oper, die Börse sowie einige Kirchen. Etwa um halb Drei verlässt uns Amelia um Karten für Tivoli für heute Abend zu organisieren. Wir besichtigen daweil noch ein Studentenviertel sowie die Frauenkirche. Nach einem kleinem Snack geht es dann Richtung Tivoli. Besonders beeindruckt sind wir dabei von den unendlich vielen RadfahrerInnen, welche auf ihrer Spur genau so lange Warteschlangen bilden wie die Autos daneben.
Bevor wir bei Tivoli Amelia und ihre Freundinnen treffen, besuche ich noch schnell das Hard Rock Cafe um ein paar Mitbringsel zu erstehen.
Sobald alle da sind geht es in den historischen Vergnügungspark, welcher bereits beim Ansehen einen sehr netten Eindruck macht. Dank Amelias Tante bekommen wir einen Freipass für alle Fahrten in Tivoli. Auch wenn die meisten Sachen hier etwas kleiner als im Prater sind, machen sie doch jede Menge Spass. Von Riesenkettenkarusell über Achterbahn bis Sombrero probieren wir alles aus.
In einem asiatischen Restaurant essen wir zu Abend, bevor wir zum Abschluss einige Runden im Autodrom drehen und mit der Rutschebanen, der ältesten Attraktion in Tivoli, Fahren. Ich werde dabei etwas an die Zwergerlbahn im Prater erinnert.
Nach dem sehr vergnüglichen Abend geht es zu Amelia nach hause wo wir den Tag mit einer Geburtstagstorte für Tobias ausklingen lassen. Alles in Allem war es ein sehr gelungener Geburtstag, daher an dieser Stelle ein Dankeschön an Amelia für die gelungene Organisation!
Fahrt in die Stadt

Schloss Rosenborg

Nyhavn

Tivoli!
Actiongeladene Fahrt!

Ob Marie da mitfahren darf?
GoPro-Selfie

Beim dritten Versuch hat Tobias es dann doch geschafft... ;)


Auf nach Dänemark, 14.09.14

Die sternenklare Nacht hinterlässt uns eine Menge an Morgentau und hindert uns daher leider daran die Zelte für die Reise vollständig trocken zu verpacken. Heute heisst unser Ziel Kopenhagen, und wir machen uns ohne grosse Umwege auf in Richtung Fähre, die uns nach Dänemark bringen soll. Als dann Lukas mit seinem Motorrad auch endlich angekommen ist, wird er gerade noch auf die ablegende Fähre gelassen und wir müssen mit dem Auto noch eine weitere Viertelstunde warten.
Nach einer kurzen Fahrt durch Dänemark kommen wir bei dem Haus in Frederiksberg (einem Stadtteil von Kopenhagen) an. Hier wohnt die Familie von Amelia, eine alte Freundin von mir, die ich vor vier Jahren in Washington DC (USA) in einer Sprachschule kennen gelernt habe. Die Familie empfängt uns sehr herzlich und bereitet uns zur Begrüssung ein wahres Festmal auf der Terasse (so gut dass ich mich als Teilzeitvegetarier richtig über das gute Geflügel freuen kann). Nach dem Essen bekommen wir von Mutter und Tochter noch eine ausführliche Stadtrundfahrt mit dem Auto. Wieder zuhause angekommen wird der Luxus von Wlan und warmer Dusche noch kurz genossen. Dabei ich finde heraus, dass ein guter Freund von mir gerade ein Auslandssemester in Kopenhagen macht und ich lade ihn zu meiner kleinen Geburtstagsfeier morgen ein. Wir drei fallen dann sehr schnell todmüde in unsere extra weichen Betten.

Wehröffnung, 13.09.14

Heute gilt es wieder etwas Strecke zu machen, um morgen nicht all zu viel fahren zu müssen. Wir steuern zuerst Vänersborg an, da in der Nähe der Stadt eine Burg zu sehen sein soll. Nach einigen Suchen geben wir auf und beschliessen, dass die Burg wohl nur ein kleiner Steinhaufen war, welcher nicht weiters spektakulär war. Also geht es weiter nach Trollhättan um den dortigen Wasserfall zu besichtigen. Es stellt sich heraus, dass dieser in Wahrheit ein Kraftwerk mit Schleusen ist. Wir machen eine kleine Besichtigungstour rund um das Kraftwerk. Gerade als wir gegenüber der Staumauer sind öffnen sich die Wehre und gewaltige Wassermassen strömen das Flussbett hinunter.
Ein paar Minuten später ist das Späktakel wieder zu ende und wir gehen die Runde fertig. Beim Kraftwerksgebäude stellen wir fest, dass die Wehröffnung nur einmal die Woche stattfindet und wir genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren.
Nun gilt es noch einen schönen Zeltplatz zu finden. Nach einigen Suchen finden wir einen unbenutzten Badestrand. Wir fragen die nächsten Anrainer ob es für sie in Ordnung ist, wenn wir hier übernachten. Diese haben nichts dagegen und so können wir guter Dinge unsere Zelte neben dem Wasser aufschlagen.
Wehr offen

Wehr geschlossen

Abendessen

Im Urwald, 12.09.14

Um ausreichend Zeit für eine kleine Wanderung zu haben stehen wir heute schon etwas früher auf. Nach dem Frühstück geht es nach Mellerud zur TouristInneninformation um uns nach netten Wanderwegen zu erkunden. Die frisch Angestellte ist leider nicht all zu kundig über Wandermöglichkeiten in der Region, bietet uns aber zwei Karten mit Wanderwegen an. Wir entscheiden uns für die Wege im Süden, da diese in der richtigen Richtung liegen. Von dem Ort Högsäter geht es dann in das Kroppefjäll-Reservat hinein. Ein uriger Pfad führt uns tiefer und tiefer in einen unbewirtschafteten und naturbelassenen Wald hinein. Leider verpassen wir die Abzweigung um die geplante Runde zu gehen und so müssen wir am anderen Ende des Reservats umdrehen und den selben Weg zurück zum Auto nehmen.
Glücklicherweise ist neben dem Parkplatz ein See in dem wir baden können bevor wir uns auf die Suche nach einer Uebernachtungsmöglichkeit begeben. Diese finden in einer etwas notdürftigen Form direkt an einer Seitenstrasse.
Während dem Abendessen beginnt es recht unerwartet zu Regnen und wir schauen, dass wir so schnell als möglich in unsere Zelte kommen. Um die restliche Zeit zu verbringen werden das erste mal in diesem Urlaub die Spielkarten ausgepackt und ich bringe Tobias Schnapsen bei.

Das Land der Pilze, 11.09.14

Heute wollen wir uns hier die Umgebung anschauen. Die Gegend Dalsland, bietet uns vorerst vorallem ein Ingenieurskunstwerk. Wir fahren entlang dem Dalsland-Kanal auf einer sehr motorradfreundlichen Strasse (mit vielen Kurven durch einen wunderschönen schwedischen Wald). Aber bevor wir unser eigentliches Ziel erreichen lenkt uns ein Schild zu einem Naturreservat ab. Bis uns der motorradbegeisterte Lukas erreicht, haben Johannes und Ich schon eine Fotorunde gedreht und sind sehr begeistert von dem schönen See, den alten Felszeichnungen auf dem Urmeer-Schiefer und dem stillen Wald mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Pilzen. Nach einem kleinen Mittagessen auf dem Steg machen wir uns auf Richtung Schleusensystem. Der Dlaslandkanal hat einen sehr markanten Abschnitt wo die Schiffe in einem Tal über ein Schleusensystem vertikal und gleichzeitig über ein Aquädukt horizontal bewegt werden. Darüber befindet sich eine alte Eisenbahn-Zugbrücke, und noch etwas höher schwebt die Autobrücke über der gesamten Konstruktion. Nach einer ausgiebigen Wandertour und Fotoaktion im Infrastrukturwirrwarr machen wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt um unser Abendessen zu sichern. Nach längerem suchen finden wir einen absolut traumhaften Lagerplatz direkt am Strand, tief im Wald, von zahlreichen super schönen Fliegenpilzen geschmückt und weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Das Abendessen wird vom Aufgang eines blutroten Mondes über dem spiegelglatten See unterbrochen, und von der ausführlichen Weiterführung der Geschlechtergerechtigkeitsdiskussion abgerundet.
Tobias beim entziffern der Hieroglypehn

Brücken über Brücken

roter Mond

Auf dem Weg nach Schweden, 10.09.14

Ein paar zaghafte Sonnenstrahlen Wecken uns heute morgen. Johannes und Ich packen unsere Sachen zusammen und wir haben sogar noch die Möglichkeit einiges in der Sonne zu trocknen. Wir kommen etwas später vom Campingplatz los als geplant, aber der Treffpunkt mit Lukas ist etwas freier verabredet, und die moderne Kommunikationstechnologie ermöglicht uns auch weitere Absprachen. Bevor wir Oslo ganz verlassen machen wir noch einen kleinen Schlenkerer über die Skischanze Holmenkollen, die in der nähe des Campingplatzes weit in die Höhe ragt. Die Schanze kann man sich fast als modernes Fussballstadion vorstellen, jedoch mit wesentlich grösseren Gegensätzen, die sie in sich vereint: Auf der einen Seite ein unglaublich hoher Turm, und auf der anderen Seite gerade zu ein Tiefes Loch in den Berg geschlagen und dazwischen ein gigantisches Gefälle. Unvorstellbar dass man sich freiwillig über einen solch grossen und steilen Abgrund stürzt.Nach einer dreistündigen Autofahrt in Amal angekommen, bekommen wir von Lukas, der in der Zwischenzeit schon einen netten Lagerplatz gefunden hat, seine Position in Form von GPS-Koordinaten zugesendet. Das Navi führt uns dann auch direkt zu dem, auf einem Baum über einem schönen See, schnitzenden Lukas, der seine handgewaschene Wäsche in der Abendsonne trocknet. Es folgt ein ausgiebiger Austausch über erlebtes und darauf ein schönes Abendessen. Alle gesättigt, entflammt eine heisse Diskussion über den unterschweälligen Rassismus in unserer Alltagssprache bis hin zur frage der Gendergerechtigkeit.
ganz schön steil...

Langlaufen kann man hier auch gut!


Lukas:
Das Frühstück ist wieder einmal Müsli, was denn sonst, aber es schmeckt wie immer lecker. Die Sachen sind wieder alle halbwegs trocken und ich gurke die Schotterpisten zurück zur Hauptstraße. Diese bringt mich kurz vor Karlstad, wo ich nochmal auftanke und weiter nach Ämäl fahre. Hier warte ich ein paar Stunden auf Johannes und Tobias. Irgendwann kommt dann ein SMS, dass sie sich verspäten und ich schon einmal einen Schlafplatz suchen solle. Also gurke ich wieder durch Schwedens kleine Landstraßen und finde nach mehreren Sackgassen endlich ein geeignetes Plätzchen. Bis die zwei daher kommen, habe ich bereits meine Wäsche gewaschen alles zum Kochen hergerichtet und an einem Holzstecken weiter geschnitzt. Tobias und Johannes finden dann nun endlich durch das Senden meiner Koordinaten den Schlafplatz.



Alle Wetter in Oslo 9.9.14

Heute heisst es früh aufstehen, wir wollen den Tag nutzen um möglichst viel von Oslo zu sehen. Nach einer kurzen Busfahrt erreichen wir das Stadtzentrum. Trotz Regen werden die Kameras ausgepackt und wir versuchen das Beste aus der Grau in Grau Beleuchtung zu machen. Langsam arbeiten wir uns durch den Regen bis der Himmel nach einem kurzen Besuch im Hard Rock Cafe aufreißt und wir in Sonnenschein weiter spazieren können. Das Mittagessen findet heute auf dem Dach der berühmten osloer Oper Statt, die ja von dem Architekturbüro Snohetta entworfen wurde und uns so an unsere Zeit im Dovrefjell erinnert. Nach der kleinen Stärkung geht es weiter durch den Hafen und wir staunen immer mehr über die grosse zahl an schönen Elektroautos auf Oslos Parkplätzen und Strassen.Zu guter Letzt besuchen wir noch den Vigelandpark und bewundern die hunderten lebendig wirkenden Skulpturen.Dann freuen wir uns schon auf das Abendessen am Campingplatz. Nach dem Drei-Gänge-Menü nutzen wir noch kurz das Internet bevor wir müde ins Bett fallen um uns von dem langen Tag zu erholen.
Universität in Oslo

Kunst vor...

...dem Bahnhof

Beim Fotografieren der Oper

Auf der Oper...

...am posen

Museum der Modernen Kunst fotografieren

Vigelandpark


Lukas:
Meine Sachen sind schnell gepackt und es geht weiter. Nur leider habe ich kaum noch Trinkwasser, also halte ich beim nächsten Bach an und fülle meine Trinkblase wieder auf. Ich lasse dabei die Zündung vom Motorrad an, damit es Vorbeifahrende besser sehen, jedoch bemerke ich, dass das Rücklicht nicht funktioniert. Oje, so ein scheiss, musste jetzt auch passieren. Ich schraube also die rote Reflektorenabdeckung ab und das Lämpchen aus. Die Dräte sehen aber noch ganz aus hmm, was ist dann kaputt? Egal, ich hab ja alles dabei und schraube mein Ersatzrücklicht ein. Leucht!!! Alles funktioniert wieder, puh! Ohne Rücklicht im Nebel... nicht so toll. Weiter geht’s über schöne Straßen, teilweise auch schottrig. Als ich die GoPro montieren möchte, rutscht mein Fuß weg und bumm, die Maschien liegt auf der Seite. So jetzt werde ich sehen, ob ich das schwere Drumm mit dem ganzen Gepäck (ca. 250kg) mitten im Nirgendwo wieder aufstellen kann. Mit aller Kraft schaffe ich’s, es muss ja auch gehen...  Ich fahre noch durch einen Schüttregen, aber dann kommt die Sonne raus. Ich glaube ich habe mich noch nie sooo sehr auf die Sonne gefreut! Und nach weiterer Herumirrerei finde ich auch einen Schlafplatz, direkt am See. Die vielen Gelsen begrüßen mich freundlich und das Essen schmeckt gut. Der Mond zeigt sich in seiner vollen Pracht, besser geht es gar nicht mehr.






Auf nach Oslo, 08.09.14

Den Lukas haben wir noch mit allen lebensnotwendigen Dingen ausgestattet (wie z.b. einem Schwamm und Nudeln) und dann haben wir ihn, nach einem verregneten Zeltabbau und kleinem feuchtem Frühstück an der Raststation, ausgesetzt.Johannes und Ich haben uns dann auf den Weg gemacht, die E6 weiter richtung Süden zu verfolgen. Dabei haben wir geplaudert, Musik gehört, und den gigantischen Infrastrukturausbau bestaunt. Als wir dann Oslo gefährlich nahe gekommen sind, wird die bisher immer einspurige und selten befahrene E6 plötzlich zur vierspurigen von Stau verstopften Hauptverkehrsroute.Am Abend erreichen wir dann den einzigen, zu dieser Jahreszeit noch geöfneten Campingplatz in Oslo, den wir nach einem kleinen Preisschock beim Check-In wiederum bei Regen beziehen. Das Abendessen findet in einer Massenküche statt, diesmal leider mit stark rauchenden NachbarInnen, was uns zu einem schnellen Rückzug in die Internetkabine und dann ins Zelt zwingt. So können wir auch Kraft für unsere morgige Stadtrunde sammeln.


Lukas:
Ich lasse Johannes und Tobias bei der Tankstelle zurück und fahre nach Ringebu, wo ich die Abzweigung in die Pampa nehme. Kaum biege ich von der E6 (Hauptstraße) ab, sind die Straßen gleich wieder richtig schön kurvig und echt genial. Die Landschaft ist auf einmal wieder eindrucksvoll, ein schönes Hochplateau. Nur leider wird es immer nebliger, je höher ich fahre. Bald schon läuft meine Brille an und die Finger werden kalt. Also wechsel ich auf die Skibrille mit orangenem Doppelglas und ziehe mir die warmen Handschuhe an. Jetzt sieht es so aus, als würde sogar überall Schnee liegen, weil die orange Brille die hellgrünen Flechten weiß aussehen lässt. Die Sicht wird immer schlechter und ich muss mir 30km/h weiter fahren.Ich komme zu einer Abzweigung, wo eine Schotterstraße wegführt. Juhuu, endlich wieder Gelände! Blöderweise fängt es genau in dem Moment wieder an zu regnen und die Schotterstraße verwandelt sich zu einer extrem rutschigen Gatschpiste. Ich kann mich richtig entspannen, als ich wieder auf Asphalt fahre, endlich wieder Haftung...Als ich dann nach Schweden komme, tanke ich noch einmal voll, packe mich erneut warm ein fahre die Schotterstraße an einem Nationalpark vorbei. Dort finde ich auch gleich am Straßenrand ein kleines Hüttchen mit Tisch drunter, also baue ich mein Zelt auf und koche mir was zu essen. Danach mache ich nach mehreren Anzündeversuchen ein kleines Feuer, um meine Motorradsachen zu trocknen, nur leider reicht die geringe Wärme nicht aus und alles bleibt waschelnass :(

Eine Stabkirche, 07.09.14

Um elf Uhr können Tobias und ich uns endlich dazu motivieren aus dem Zelt zu kriechen. Lukas wartet schon etwas ungeduldig auf uns um endlich zu frühstücken. Nach dem Essen wird der Blog auf Stand gebracht und die Weiterfahrt geplant. Das Wetter für die nächsten Tage soll leider etwas nass ausfallen. So beschliessen Tobias und ich nach Oslo zu fahren, wo man sich bei Regenwetter in einem Museum verstecken kann. Lukas hingegen möchte die Zeit auf den schönen (Schotter-)Strassen Schwedens verbringen, um sein Motorrad noch voll auskosten zu können. Zu Mittag gibt es ein polnisches Gericht, welches wir von einem Campingnachbarn geschenkt bekommen haben. Dann geht es endlich weiter. Nach eineinhalb Stunden Fahrt kommen wir nach Ringebu, wo wir die hiesige Stabkirche besichtigen. Diese hat ausserhalb der Saison leider geschlossen, also sehen wir sie nur von außen. Sie ist leider nicht besonders aufregend, aber immerhin es ist eine Stabkirche! Nach einer kurzen Besichtigung machen wir notgedrungen eine Eierspeis auf der Friedhofsmauer, da durch einen kleinen Unfall die Eier in der Kühlbox zu Bruch gegangen sind :(
Sieht nicht danach aus, ist aber eine Stabkirche
Nun gilt es nur noch einen Schlafplatz zu finden. Es ist bereits dämmrig und wird rasch dünkler. Wir fahren die Schotterstrasse hinter der Kirche weiter und versuchen unser Glück. Doch die Zivilisation will nicht so recht enden und Lukas fragt bei einem Haus an ob wir im Garten übernachten dürfen. Der Besitzer hat kein Problem damit, empfiehlt uns aber weiter zu fahren und gibt uns einen Tipp wo wir einen guten Platz finden würden. Tatsächlich finden wir die von ihm beschriebene Strasse, doch diese ist eine Mautstrasse und wir haben kein Bargeld dabei. Wir beschliessen das Risiko einzugehen und fahren ohne Bezahlen die Strasse hinein. Inzwischen ist es bereits sehr dunkel und die schönheit der Uebernachtungsstelle hat keine Priorität mehr. Schliesslich schlagen wir unser Lager nahe einer Müllkippe auf und sind nur noch froh in unsere Zelte kriechen zu können. Kurz bevor wir im Zelt verschwinden kommt ein Auto vorbei um Müll abzuladen. Wir fragen den Fahrer ob er weiss wem die Strasse gehört und wie wir die Maut ohne Cash bezahlen können. Es stellt sich heraus dass er der Sohn des Besitzers ist und die Bezahlung nicht so wichtig ist. Als Dankeschön geben wir ihm noch eine Tafel Schokolade für seinen Vater mit und können nun beruhigt in unsere Schlafsäcke kriechen.

Sonntag, 7. September 2014

Abschied vom Dovrefjell, 06.09.14


Die letzten Killometer bis zum Auto bringen wir mit relativ hoher Geschwindigkeit hinter uns. Auf dem Weg treffen wir zum Abschied nocheinmal einige Herden von Moschussochsen und zahlreiche Wochenendtourist*innen und Jäger die uns entgegenkommen. Beim Auto angekommen nehmen wir mal wieder ein richtig ausgiebiges Bad im tieferen Fluss um den Dreck der Wanderung loszuwerden. Anschliessend packen wir alles wieder in unsere Fahrzeuge. Wir haben nach der Wanderung unsere letzten Vorräte aus dem Auto aufgegessen, daher wird in Dombås wieder ordentlich eingekauft. Einige Killometer weiter haben wir dann einen relativ günstigen Campingplatz gefunden, wo wir an einem breiten Fluss unsere Zelte aufgeschlagen haben und uns jetzt bei gratis Wlan unseren Internetbedürfnissen hingeben können und natürlich auch den Blog aktualisiseren.
Zwei MännleinInnenEr
Baba Riesenmeerschweinchen!
Schon wiedere eine Silhouette...
Zelt im Wlangebiet
Chefkoch beim Brokkoli vernichten

Rückkehr zu den Moschusochsen, 05.09.14


Ein strahlend blauer Himmel erwartet uns als wir unsere müden Köpfe aus den Zelten strecken. Die wunden Füsse von gestern sind noch nicht vollständig verheilt, aber das schöne Wetter motiviert wieder aufzubrechen. Vor dem Abstieg aus der Hochebene erwartet uns noch ein kleiner Aufstieg, der uns jedoch wieder einen sehr schönen Blick über die Mondlandschaft bereitet. Auf unserem Weg treffen wir einige Jäger*innen (von Jung bis Alt alle mit Waffe und schwerem Rucksack ausgestattet), die auf dem Weg Richtung Süden sind um Rentiere zu jagen. Nach dem kleinen Tagesgipfel kommen wir wieder in das Tal von Reinheim, diesmal jedoch von der anderen Seite. Der strahlende Sonnenschein zeigt uns das Tal von seiner besten Seite. Es ist von zahlreichen kleinen, mäanderförmigen Bächen durchsetzt. Diese sehen von oben fast aus wie ein Flussdelta. Auf einer der vielen Moosbänke zwischen den Bächlein gönnen wir uns eine kleine Pause mit Nussmix und klarem Wasser. Reinheim hinter uns gelassen treffen wir wieder die altbekannten Moschussochsen, die uns zu einigen Umwegen zwingen, weil sie den Wanderweg belagern. Gegen Abend erreichen wir unseren alten traumhaften Lagerplatz mit Bergbachdusche, den wir gerne wieder neu einrichten und schon bald in unseren Zelten liegen, um die Füsse zu entlasten.
Frühstücksfotoooo
Mondlandung
Auenland
Nix, schaut nur geil aus!
Top motiviert!
Altes Lager neu bezogen

Ueber den Snøhetta, 04.09.14

Um genügend Zeit für den heutigen Abschnitt zu haben stehen wir bereits um acht Uhr auf und richten unser köstliches Frühstück (Wasser-Müsligatsch mit etwas Instantkakao vermischt) her. Während wir unser Lager abbauen besucht uns der Fotograf, welcher sein Zelt unweit von uneren aufgebaut hat. Nachdem ich ihn gestern schon besucht habe kennen wir uns bereits und er erzählt uns von seiner Fotoausbeute vom heutigen Morgen. Er hatte eine optimale Position um die Moschuschsen (welche in Wahrheit mit Schafen und nicht mit Rinder verwandt sind) bei der Flussdurchquerung zu fotografieren. Kaum macht sich der Fotograf davon bekommen wir den nächsten Besuch von Zeltnachbarn: Ein Vater mit seinem vierjährigen Sohn ist für eineinhalb Wochen im Dovrefjell unterwegs. Zur Motivation für den Kleinen betreiben die Beiden etwas Geocaching.
Schliesslich brechen wir doch noch auf und machen schnell die ersten Kilometer bis Reinheim. Nun sind wir quasi am Fuss des Snøhetta und der Aufstieg kann beginnen. Bei strahlendem Sonnenschein geht es einen immer felsiger werdenden Weg hinauf zur weissen Spitze. Nach und nach wird der Wind stärker und zwischen den Steinen liegt etwas Neuschnee. Je näher wir dem Gipfel kommen desto mehr Schnee und weniger Steine zieren den Weg. Recht erschöpft kommen wir schliesslich am Gipfel an und werden mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Nach einer kurzen Stärkungpause geht es aber schnell weiter. Es ist bereits halb Fünf und der Abstieg zur Amotsdalshütte ist noch lange. Uber einen schneebedeckten Grad geht es weiter bevor wir den weissen Berghang nach rechts hinunter schlittern und rutschen. Nach und nach wird der Schnee weniger und die Steine kommen wieder zum Vorschein.
Kaum sind wir wieder in flacherem und weniger steinigem Gelände, suchen wir nach einer Uebernachtungsmöglichkeit. Diese findet sich allerdings erst bei der Hütte. Dort wollen wir unsere Zelte aufschlagen doch der Hüttenwirt vertreibt uns, da wir zweihundert Meter Abstand halten müssen. Also übersiedeln wir um hundert Meter um schliesslich doch unsere Zelte aufbauen zu können. Nach dem Abendessen kriechen wir müde und zufrieden in unsere Schlafsäcke um uns von dem ereignissreichen Tag zu erholen.
SteinmännchenIn
Moschus vor dem Snøhetta
Tobi vor dem Snøhetta 
Tobias es el mejor
NUSSmix vor dem Gipfelsturm
Gletscher am Snøhetta
Endspurt
Das ist doch der Gipfel!
Gradwanderung im Schnee
Gute Nacht!